Nachschlag zu John Williams

Wie wir es schon während der Sendung sagten, hätten wir aus dem Thema „John Williams“ locker zwei Stunden machen können und damit trotzdem nur die Oberfläche angekratzt. Damit Ihr aber auch seht wie wir uns auf eine Sendung vorbereiten und was so alles aus Zeitmangel rausfliegen muss, haben wir hier mal ein paar zusätzliche Infos zu den Soundtracks und Filmen, die leider keinen Platz mehr in Sendung Nummer 2 gefunden haben:

Cinderella Liberty/Zapfenstreich

– Paul Williams, der den Song gemeinsam mit John Williams geschrieben hat und nicht mit ihm verwandt ist, ist Sänger, Songwriter und Schauspieler und hat unter anderem den Score zu „Schlacht um den Planet der Affen“ und das Theme der TV-Serie „Love Boat“ geschrieben. 1977 gewann er gemeinsam mit Barbra Streisand in der Kategorie beste Musik für „A Star Is Born“ seinen bisher einzigen Oscar. Seit 2009 ist er Präsident der American Society of Composers, Authors and Publishers. Außerdem hat er seine eigene Episode in der Muppet Show bekommen.

Earthquake/Erdbeben

– Der Film war mit Charlton Heston und Ava Gardner in den Hauptrollen im Vergleich zur direkten Konkurrenz „Flammendes Inferno“ mäßig Star besetzt, bot aber einige beliebte Darsteller wie beispielsweise Lorne Greene, bekannt als „Pa“ Cartwright aus Bonanza. Zudem hatte Walter Matthau einen Cameoauftritt, der unter dem Pseudonym „Walter Matuschanskayasky“ im Abspann erschien.
– Das ursprüngliche Drehbuch stammt von „Der Pate“ Schöpfer Mario Puzo, der aber vorzeitig aus dem Projekt ausstieg, da er sich auf „Der Pate 2“ konzentrieren wollte und dem Studio die Umsetzung des bisherigen Puzo-Sripts zu umfangreich und teuer wurde. Schlussendlich wurde das Drehbuch von George Fox gekürzt und umgeschrieben, um das Budget von 7 Millionen halten zu können.

Jaws/Der weiße Hai

– Auch wenn Spielberg heiß auf den Job war, wollte er ihn trotz seiner vertraglichen Bindung noch vor Beginn der Dreharbeiten wieder loswerden, da er befürchtete als Regisseur ewig auf diesen Typ Film sitzen zu bleiben. Erst die Zusage des Studios, dass er nach Jaws die Filme machen dürfe, die er wolle, konnte Spielberg umstimmen.
– „Der weiße Hai“ ist ebenfalls eine Romanverfilmung, auf den die Produzenten über die Literatursektion der Zeitschrift „Cosmopolitan“ gestoßen sind. Sie bekamen die Gelegenheit das Buch vor Veröffentlichung zu  lesen, kauften die Rechte für 170 000 Dollar und merkten erst später, wie schwierig die Umsetzung werden würde. Das Skript wurde darauf hin stark überarbeitet, um Nebenhandlungen herauszunehmen und geradlinig auf den letzten Akt der Haijagd zuzusteuern, die sich dann wiederum so nahe wie möglich an der Vorlage orientiert.
– Wer heute noch ein Minimum „Jaws-Feeling“ abseits des Films haben will, kann noch die Hollywoodtour im Phantasialand besuchen, bevor sie als veraltete Attraktion Neuem weichen muss. Dort schippert man unter anderem durch einen Hafen bei Nacht und wird von einem nach wie vor künstlich aussehenden Hai angegriffen – als kindertauglicher Jumpscare natürlich. Der legendäre Jaws Ride der Universal Studios in Florida wurde dagegen bereits geschlossen.

Close Encounters of the Third Kind/Unheimliche Begegnung der Dritten Art

– Wieder ein nicht verwandter Williams, nämlich Robbie Williams, hat die 5-Ton-Folge zu Beginn seiner Konzerte der 2006 Tour gespielt. Die Bühne war illuminiert wie das bekannte Mutterschiff und führte scheinbar die ikonische Konversation. Das Publikum ist damals ausgerastet.
– Der Filmname stammt von der Hynek Skala, die UFO-Sichtungen in verschiedene Arten kategorisiert. Demnach ist die Begegnung der dritten Art eine UFO-Sichtung mit einer sichtbaren und sich bewegenden außerirdischen Kreatur. Später wurde die Skala auf 8 Stufen erweitert, nach der der Film einer Begegnung der Fünften Art (Sichtung inkl. direkter Kommunikation mit Aliens) entspräche.

Star Wars/Krieg der Sterne

Wie Ihr sicher bemerkt habt, hätten wir da auch alles weitere sausen lassen können und nur noch über Star Wars quatschen können. Genau aus diesem Grund werden wir noch vor der Premiere von Star Wars Episode VIII eine Sendung machen, die sich ausschließlich der Musik aus dem Star Wars Universum widmen und auch über das Werk John Williams‘ hinausgehen wird.

Olympic Fanfare 1984

Da haben wir tatsächlich alle Infos untergebracht, die wir uns vorgenommen hatten. Oder will jemand den Medallienspiegel? 😉

Empire of the Sun/Das Reich der Sonne

– Ursprünglich sollte Spielberg nur produzieren und David Lean die Regie übernehmen, doch dieser stieg nach einem Jahr der Vorproduktion aus und Spielberg übernahm die Regie, vor allem weil dieser schon nach dem ersten Lesen des Scripts auf den Regiestuhl geschielt hat.
– Industrial Lights and Magic (ILM) lieferte die Spezialeffekte, worunter auch erste am Computer erzeugte Szenenbilder waren, die unter anderem für den Atombombenangriff auf Nagasaki verwendet wurden.

Jurassic Park

– Erst ILM brachte die Idee ein die Dinos komplett digital zu realisieren. Spielberg war skeptisch und wollte dafür einen Beweis sehen. Angeblich hat er bei den ersten Demovideos dieses Beweises zu seinem Animatronik-Experten gesagt, dass er mit seiner Tricktechnik jetzt arbeitslos wäre und dieser darauf nur erwiderte: „Du meinst wohl ausgestorben!“
– Etwa 2 Jahre nach der Kinopremiere wurde Jurrasic Park erstmals im amerikanischen Fernsehen gezeigt. Es schalteten 68 Millionen Zuschauer ein, womit NBC die Rekord-Einschaltquote von 36% für einen abendfüllenden Film erreichte. Den Rekord für Spielfilme hielt bis dahin die Komödie „Trading Places/Die Glücksritter“ mit Dan Aycroyd und Eddie Murphy.

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