Donnie Darko Nachschlag

Film

Der Film selbst ist aus dem Jahr 2001, wo er zum ersten Mal im Januar auf dem Sundance Filmfestival gezeigt wurde. Schließlich kam er dann im Oktober desselben Jahres in die Kinos in den Staaten, wo er allerdings nur mäßig erfolgreich war. In Deutschland kam er nie wirklich in die Kinos, sondern ging direkt in den DVD Vertrieb und erfreut seither viele Menschen, die alle keine Ahnung haben, was der Film uns sagen will. Selbst Donnie Darsteller Jake Gyllenhaal, zu dem wir später noch kommen, hat keine Ahnung, worum es in dem Film geht, so hat er es selbst mal in einem Interview gesagt.

Der Film arbeitet mit sehr vielen kleinen Anspielungen. So zum Beispiel direkt am Anfang des Films. Hier sieht man Donnie auf dem Rad den Berg runterfahren. Ihm kommt Frank im roten Camaro entgegen. Oder als Donnie und Gretchen laufen und er ihr erzählt, dass er aus Versehen mal ein Haus abgebrannt hat, laufen sie gerade am Haus von Jim Cunningham vorbei. Dieses Haus wird Donnie im Lauf des Films auch niederbrennen. Allerdings mit Absicht. Mit dem roten Camaro wird Gretchen dann auch angefahren und Donnie schießt Frank ins rechte Auge. Am Ende des Films sieht man dann Frank eine einzelne Träne weinen. Aus seinem rechten Auge. Gleichzeitig gibt sich Donnie im Lauf des Films allen drei Versuchungen hin, die durch Cunningham so sehr verteufelt werden: Alkohol, Drogen und vorehelicher Sex.

Jake Gyllenhaal

Jacob Benjamin Gyllenhaal wurde am Dezember 1980 in Los Angeles geboren und spielt seit seinem 11. Lebensjahr vor der Kamera. Seine erste Rolle hatte er im Film Cityslickers an der Seite von Billy Crystal.

Sein erster großer Film war dann nach Donnie Darko, der wie ja schon erwähnt, anfangs nicht so erfolgreich war. Mit THE DAY AFTER TOMORROW von Roland Emmerich wurde er einem breiten Publikum bekannt und seine Karriere nahm Fahrt auf. Bereits ein Jahr später, 2005, war er in Brokeback Mountain zu sehen, an der Seite des leider viel zu jung verstorbenen Heath Ledger, mit dem ihn seit dem Film eine Freundschaft verband. Für diese Rolle wurde er auch für einen Oskar nominiert. Im selben Jahr kam dann noch Der Beweis mit Anthony Hopkins und Gwyneth Paltrow in die Kinos, allerdings auch nur mäßig erfolgreich. Jarhead – Willkommen im Dreck ist ebenfalls von 2005 und zeigt ihn als IRAK Kriegs-Veteran. Mit Zodiac blieb er zumindest mir sehr lange in Erinnerung, denn dort spielt er – zwar nur eine Nebenrolle – an der Seite von Mark Ruffalo großartig.

Gyllenhaal spielt auch mal gerne Filme, die keine Kassenschlager sind, was seine FIlmbio immer wieder beweist. Seit DAY AFTER TOMORROW war aber auch kein wirklicher Blockbuster mehr dabei. Nightcrawler von 2014 hast zumindest bei Festivals für viel Wirbel gesorgt, war an den Kinokassen aber ebenfalls mäßig erfolgreich. Spiderman: Far from Home, aus diesem Jahr ist wieder ein Aspirant auf Blockbuster. Hier spielt er Mysterio.

Er sagte mal, es gibt vier Phasen der Berümtheit in Hollywood:
1. Wer ist Jake Gyllenhaal?
2. Beschafft mir Jake Gyllenhaal
3. Beschafft mir jemanden wie Jake Gyllenhaal
4. Wer ist Jake Gyllenhaal.
Wo er sich derzeit befindet, weiß wohl nur er selbst wirklich.

Weitere Besetzung

Hier seien noch ein paar Schauspieler erwähnt, die mitmachen, obwohl es sich um eine Independent-Produktion drehte. Allen voran Drew Barrymore, die den Film auch produzierte, was wohl erklärt, warum sie im Film zu sehen ist. Sie war ja zuletzt mit Santa Clara Diet bei Netflix zu sehen. Dann haben wir noch Noah Wyle, der zu diesem Zeitpunkt den meisten als Dr. Noah Carter aus Emergency Room bekannt sein dürfte. Nach ER war er dann in der Seite Falling Skies auf dem Bildschirm. Gute Serie übrigens, etwas abruptes Ende, aber gut gemacht. Patrick Swayze spielt den kleinen Guru im Film und ihn kennt man natürlich aus Filmen wir Dirty Dancing oder Ghost – Nachricht von Sam. Letzterer mit einer unübertrefflichen Whoppi Goldberg, die dafür auch den Oskar bekam. Als Mutter von Donnie sehen wir dann Mary McDonnell, die sich angeblich so auf ihren ersten Drehtag freute, dass sie hier ihren ersten Strafzettel wegen zu schnellem Fahren bekam. Sie kennt man unter anderem aus der Neuauflage von Battlestar Galactica oder auch dem ersten Independence Day.´von 1996.

Richard Kelly

Der Regisseur von Donnie Darko ist der US-Amerikaner Richard Kelly, eigentlich James Richard Kelly. Er hat bisher sehr wenig Filme gemacht, nämlich genau 5. Und bei allen 5 hat er auch produziert und das Drehbuch geschrieben. Wirklich beschäftigt scheint er also nicht zu sein.
Für Donnie Darko soll er angeblich nur 9.000 USD gekommen haben, bei einem Budget von 4.5 Mio USD.
Seit 2010 hat er eigentlich nichts mehr gemacht. Zumindest weist die IMDB keine Credits mehr für irgendein Projekt auf. Auch wenn es sicherlich nicht um Masse, sondern um Klasse geht, frag ich mich doch, was jemand wie er, den ganzen Tag lang macht.

Michael Andrews

Michael Andrews ist für die Musik des Films verantwortlich und am meisten ist er den Leuten durch das Tears for Fears Cover Mad World bekannt, dass durch Gary Jules eingesungen wurde. Andrews ist aber nicht nur Komponist für Filmmusik, auch wenn er das in der jüngeren Vergangenheit am meisten gemacht hat. Er hat 2 Solo-Alben veröffentlicht: 2006 kam Hand on String und 2012 dann Spilling a Rainbow auf den Markt.
Seine Filme, die er vertont hat, sich durchaus bekannt, auch wenn ich zugeben muss, dass er mir in dieser Rolle noch nie aufgefallen ist. Aber das kann man ja mal nachholen. Also zu seinem Schaffen gehören neben Donnie Darko noch Filme wie Cypher, Bridesmaids, Bad Teacher, Sex Tape – beide mit Jason Segel und Cameron Diaz, Daddy´s Home Teil 1 und 2, und Neighbors Teil 1 und 2. Jetzt alles nicht super anspruchsvolle Filme von der Thematik, aber das schmälert ja nicht seine Leistung als Komponist.
Zur Soundtrack-Arbeit kam er übrigens eher zufällig. Er arbeitete seinerzeit in einer Band, die wiederum mit einem Soundtrack beauftragt wurde und hat daran gefallen gefunden. Kurze Zeit später wurde er dann von Richard Kelly gefragt, ob er Donnie Darko vertonen wolle. So kam es ja dann auch.

Deutung des Films

Hier jetzt noch die Deutung des Regisseurs. Auch wenn er meinte, dass seine Deutung nicht unbedingt die Offizielle sein müsse, ist diese aber doch sehr naheliegend, denn immerhin hat Kelly ja auch das Drehbuch geschrieben.
Jetzt wird ein wenig kompliziert, also versuchen wir ein wenig langsam und du sagst mir, wenn du den Anschluss verlierst:

Also mit dem Aufprall des Triebwerks um Mitternacht am 2. Oktobers 1988 wird ein Tangentenuniversum gebildet. Ein Tangentenuniversum ist eine Art instabiles Paralleluniversum. Die Definition eines Paralleluniversums ist klar? Gut. Dieses Tangentenuniversum wird am 30. Oktober 1988 kollabieren, da es ja instabil ist. Dabei wird es sich selbst, aber auch das Originaluniversum, aus dem es entstanden ist, zerstören. Um das zu verhindern, muss der lebende Empfänger das Artefakt kurz vor dem Kollaps des Tangentenuniversums wieder in das Originaluniversums zurückbringen, damit dieses bei dem Kollaps NICHT mit zerstört wird. Der Lebende Empfänger wird durch die sogenannten Manipulierten eben zur letztendlichen Tat getrieben bzw. in die entsprechende Richtung gedrängt.
Soweit, so unklar.

Jetzt nehmen wir mal ein paar Namen dazu und damit wird es also ein wenig klarer. Der Lebende Empfänger ist also Donnie. Das Artefakt ist das Flugzeugtriebwerk, das am Anfang des Films aus dem Nichts aufgetaucht ist und die Manipulierten sind quasi alle anderen im Film um Donnie in die entsprechende Richtung zu lenken. Donnies Aufgabe ist es, das Triebwerk wieder in das Originaluniversum zurückzuschicken bevor das Tangentenuniversum zerstört wird. Kommt das Artefakt nicht zurück, kollabieren beide Universen.

Inwieweit das natürlich alles Sinn macht und ob es auch richtig ist, weiß keiner so genau. Denn Richard Kelly hat seine Deutung selbst nie als die einzig richtige Deutung bezeichnet. Man kann aber argumentiere, dass seine Deutung die Richtige ist, immerhin hat er das Drehbuch geschrieben und mit dem Director´s Cut 20 Minuten mehr Inhalt in den Film gepackt und auf der Webseite zum Film sind Teile aus dem Buch The Philosophy of Time Travel veröffentlicht. Das Buch ist natürlich ebenfalls fiktiv und man darf getrost davon ausgehen, dass es ebenfalls von Richard Kelly stammt.

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