Nachschlag zu Wir haben ne Ewigkeit Zeit.

Playlist

Dido & A.R Rahman – If I Rise
Gin Blossoms – Follow You Down
John Murphy – In The House, In A Heartbeat
Trevor Jones – Around the World Overture
12 Years A Slave Cast – Roll Jordan Roll
Jóhann Jóhannsson – Forces of Attraction
Jamie Foxx – Any Given Sunday

127 Hours

Wir fangen direkt mal mit schwerer Kost an. 127 Hours erzählt die Geschichte von Aron Ralston, einem Extremkletterer, der in einer Felsspalte gefangen wird und dort ausharren musste, ehe er sich befreien konnte. Das gelang ihm nur, weil er sich selbst ein Arm abtrennte. Mit einem kleinen Messer. Die Szene, die das zeigt, war so real dargestellt, das einigen Kinozuschauern schlecht wurde.

Danny Boyle führt beim Film Regie und wir sehen James Franco in seiner bisher einzigen Oskar-nominierten Schauspielerleistung.

Der Film ist im Stile eines Videotagebuchs gedreht, was der echte Aron Ralston auch getan hat, als er in der Felsspalte festhing. Die Originalaufnahmen wurden bisher nur teilweise veröffentlicht. Ralston hat Danny Boyle und James Franco aber gestattet, die Aufnahmen als Vorbereitung für den Dreh anzuschauen.

Es waren übrigens keine 127 Stunden in der Felsspalte, sondern 127 Stunden in denen Aron Ralston wach war. Also vom Aufwachen bis zum Betäubungsmittel am Ende des Films.

Der Soundtrack stammt von A.R. Rahman, der 2009 mit der Musik zu Slumdog Millionaire mit dem Golden Globe, BAFTA und 2 Oscars ausgezeichnet wurde. Seine Musik hört man seit den 1990ern hauptsächlich in indischen Tamil und Hindi Produktionen, die wir hier eher selten zu Gesicht bekommen.

Wenn man sich als Europäer für das indische Kino interessiert, kennt man am ehesten den Film Lagaan, der national mehrfach ausgezeichnet wurde und international zumindest soviel Beachtung bekam, dass er in verschiedene Sprachen übersetzt wurde.

Die Musik von 127 Hours basiert hauptsächlich auf einer einzelnen Gitarre, die nur dezent orchestral begleitet wird. Der Theme-Song „If I Rise“, der als Single ausgekoppelt wurde ist eine der wenigen Ausnahmen mit Gesang, der von Dido und Rollo Armstrong getextet und von Didi und Rahman gesungen wurde. Zudem hat Rahman die Harpejji gespielt, ein 2007 entwickeltes Instrument, das auf der klassischen Zitter basiert und Klänge von Gitarre, Bassgitarre und Piano vereint.

Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen

… oder wie ich gerne sage: Matthew McConaugheys Film, weil er jemandem etwas schuldete. Dass der Mann schauspielern kann, hat er in mehr als einem Film bewiesen. Dem sollten wir auch mal eine Folge widmen.

Der Mann hat Filme gemacht wie Contact, Amistad, Die Jury, True Detective, Interstellar und auch Dallas Buyers Club, wofür er auch einen Oskar bekommen hat. Aber halt auch diesen Streifen oder auch „Zum Ausziehen verführt“. Und wer jetzt denkt, er zieht sich aus, wie in Magic Mike, den muss ich leider enttäuschen. Auch hier geht es um eher seichte Kost.

So richtig hatte wohl keiner Lust auf den Film. Schon gar nicht der Continutity Supervisor. Die Aufgabe einer solchen Person ist es, darauf zu achten, dass keine Logikfehler in der Szenenabfolge passieren. Also in der einen Szene Hut auf, dann ab und dann wieder auf. Bei Wie werde ich ihn los gibt es mehr als 35 Fehler in der Continuity. Wie gesagt, wenig motiviert.
Aber immerhin hat David Newman den BMI Film Music Award gewonnen.

Der Original Score stammt von David Newman, Bruder von Thomas Newman und Cousin von Randy Newman, der mit der Musik zum Animationsfilm Anastasia czumindest eine Oscar-Nominierung zur Newman-Tradition beisteuert. Der Soundtrack an sich ist ein Genre typischer Mix aus Score und Popsongs, und damit wir hier auch Abwechslung beibehalten läuft jetzt die Gin Blossoms mit Follow You Down. Die Gin Blossoms formierten sich 1987 und sind von einer 4 jährigen Trennung abgesehen seitdem aktiv. Interessant ist die Fluktuation der Mitglieder. Die 5-Mann-Band hatte seit 1987 13 Mitglieder, von denen heute immerhin noch zwei Gründungsmitlieder dabei sind.

28 Days Later

Danny Boyle hat Regie geführt, Steven King ist großer Fan des Films und Cillian Murphy, Hauptdarsteller hat bei ca. 30% des Films entweder kein Oberteil an oder eben gar nix. Wir reden von 28 Days Later. Was mir jetzt beim Schauen nicht wirklich aufgefallen ist. Weder positiv noch negativ. Viel mehr hab ich noch das beklemmende Gefühl im Kopf, dass ich immer wieder hatte.

Der Film war einer der Ersten, die komplett digital gedreht wurde. Wobei natürlich hier dann das Wort „gedreht“ nicht mehr ganz so richtig ist. Aber egal. Gedreht – naja, also entstanden – ist der Film weitestgehend in chronologischer Reihenfolge. Lediglich ein paar Reshoots am Ende sind dann nicht mehr chronologisch.

Für den Film wurden insgesamt 4 Enden geschrieben und drei davon gedreht. Mit dem, das es dann auch in den Film geschafft hat. In allen anderen Enden stirbt Cillian, was wohl den Leuten zu düster war.

Es gab dann ein paar Jahre später übrigens noch eine Fortsetzung: 28 Weeks Later. Hier wird die Geschichte weiter erzählt. Später kam dann noch ein Comic raus: 28 Days Later: Aftermath. Der Comic spielt zwischen den beiden Filmen und gibt noch ein paar weitere Hintergrundinformationen zum Rage Virus.

Auch dieser Soundtrack ist eine Mischung aus Score und Compilation. Die eigentliche Filmmusik stammt von John Murphy und schafft einen ganz eigenen Sound. Das immer präsente, ruhige Piano wird mal mehr, mal weniger durch andere Instrumente und Sounds gestört, verliert dabei aber nie die Kontrolle. Der Brite ist seit 1992 als Komponist tätig ohne durch große Produktionen oder Auszeichnungen aufgefallen zu sein. Seine Arbeit war auf jeden Fall gut genug, um dem Sequel 28 Weeks Later ebenfalls die Musik zu verpassen. Er wird 2021 den Score zum neuen Suicide Squad Film beisteuren, sofern dieser planmäßig in Produktion geht.

In 80 Tagen um die Welt

In 80 Tagen um die Welt. Oder auch in 800 Tagen um die Welt und noch länger, wenn man will. Denn ungefährt genauso viele Verfilmungen gibt es vom Buch von Jules Verne. Wobei das Buch ja Reise um die Erde in 80 Tagen heißt.

Aber zurück zum Film bzw den Filmen bzw der Serie: 1956 kam eine erste Verfilmung, 1972 dann ein Trickfilm mit Puppen, 1989 eine britische Miniserie, 2004 ein Fernsehfilm. Und ganu aktuell wird derzeit an einer Fernsehserie oder Mini-Serie gearbeitet, in der David Tennant Phileas Fog spielt. Produziert vom ZDF. Rosamunde Pilcher lässt grüßen.

Ah, den hätte ich fast noch unterschlagen: 1919 kam eine Stummfilmkomödie raus. 1913 bereits der Stummfilm „Die Jagd nach der Hundertpfundnote“. Damals wurde Hundertpfundnote noch ausgeschrieben. Und genau über diesen Film reden wir jetzt.
So fertig, war ja ein Stummfilm.

Die Verfilmung von 1956 ist mit David Niven und eine der bekanntesten Adaptionen. Der Film gewann 5 Oskars, darunter Bester Film und beste Musik. Aber bekannt ist der Film durch seine lange Liste an Cameos. Die hier alle aufzuzählen wäre in der Tat zu lang und daher könnt ihr auch take42.de eine Liste mit den Schauspielerinnen und Schauspielern sehen. Hier seien stellvertretend mal drei genannt: Buster Keaton, Marlene Dietrich und Frank Sinatra.

Ich kann mich übrigens noch sehr gut an die Zeichentrickserie UM die Welt mit Willy Fog erinnern. Und warum kann ich das? Weil ich sie erst vor Kurzem gesehen habe. So.

Übrigens ist 2017 ein Brite in 78 Tagen um die Welt geradelt. Also mit dem Fahrrad. Nur mal so am Rande.

Die Jackie Chan Version bekam seine Musik von Trevor Jones, den man schon öfter gehört hat, als man jetzt vermuten würde. Seit 1979 hat er Filme wie Time Bandits, Labyrinth, Arachnophobia oder I, Robot mit einem Soundtrack versehen. Sein Stil ist stark von den großen, theatralischeren Filmkomponisten Max Steiner und Elmer Bernstein beeinflusst.

12 Years A Slave

Kommen wir zu einem Film, der die Stars hat, wie ein Weihnachtsbaum Kugeln. 12 Years a Slave, der ja ein alles andere als leichtes Thema auf die Leinwand bringt, zeigt uns Schauspieler wie Chiwetel Ejiofor (Chew-eh-tell Edge-ee-oh-for.), Lupita Nyong´o, Michael Fassbender, Benedict Cumberbatch, Paul Giamatti oder auch Brad Pitt.

Die Musik stammt von Hans Zimmer, der mit diesem Score weitestgehend überraschend keine Oscarnominierung erhielt, obwohl die Musik in höchsten Tönen von der Kritik gelobt wurde. Als er das Angebot bekam für 12 Years a Slave die Musik zu machen, hatte Zimmer eigentlich schon abgelehnt, weil er dachte er wäre nicht der richtige Mann für eine so wichtige Produktion.

Das Stück Roll Jordan Roll ist dagegen ein Spiritual aus dem 18. Jahrhundert, geschrieben von Isaac Watts, das sich unter den Skaven in den USA weit verbreitete und oft gesungen wurde. Es enthält verschlüsselte Botschaften von Flucht und gilt als einer der Lieder, die den Blues inspirierten und dessen Struktur noch heute im Gospel zu hören ist.

Steve McQueen hat Regie geführt bei diesem Film. Allerdings ist das nicht DER Steve McQueen, an den viele jetzt wohl denken. Der Schauspieler ist bereits 1980 gestorben. Steve McQueen, der hier gemeint ist, lebt in Amsterdam und hat das Buch von Solomon Northup gelesen und meinte in einem Interview, dass er damals beschloss nicht eher zu ruhen, als das er das Buch auf die Leinwand gebracht hat.
Lupita Nyong´o und Michael Fassbender haben vor der Kamera alles andere als eine harmonische Beziehung. Beide hatten aber hinter der Kamera ein Ritual, um Vertrauen zueinander aufzubauen. Sie sprachen fast nie miteinander, sondern schauten sich in die Augen und drückten sich die hände. Beide sagten, diese Vertrautheit und freundliche Zuneigung hat ihnen geholfen, VOR der Kamera ihre Rollen zu spielen. Nyong´o hat für ihre Darstellung dann den Oskar als beste Nebendarstellerin gewonnen. Es war übrigens ihre Kinofilm Debüt.

Die Entdeckung der Unendlichkeit

Oder auch The Theory of Everything, wie der Film im Original heißt, bringt uns Eddie Redmayne und Felicity Jones in ihrer ersten gemeinsamen Produktion. Der Film erzählt die Geschichte von Stephen Hawking, der 2018 an den Folgen seiner ALS Erkrankung gestorben ist. Redmayne hat für seine Darstellung von Stephen Hawking den Oscar als bester Hauptdarsteller gewonnen. Hawking selbst, der sich auch gerne bei BIG BANG THEORY durch den Kakao zog, hat nicht nur Original-Requisiten für den Film gestellt. Seine Computerstimme wurde auch am Ende des Films verwendet. Die Stimme ist übrigens Copyright geschützt.

Der Film wurde nicht in chronologischer Reihenfolge gedreht. Was an sich ja die wenigsten Filme sind. Für Eddie Redmayne war das aber eine sehr große Herausforderung, denn er musste sich für jede Szene überlegen, welches Stadium die Erkrankung von Hawking gerade hatte, um diese entsprechend richtig darzustellen.

Laut dem Drehbuchautor Anthony McCarten war es für ihn die größte Ehre überhaupt, als sich Hawking bei einer Vorführung für ihn eine Träne von der Wange wischen ließ.

Jetzt noch was für die Nerds. Der Film Interstellar basiert auf einer astrophysischen Theorie von Kip Thorne. Dieser hatte mit Stephen Hawking um die Richtigkeit dieser Theorie gewettet und auch gewonnen. Als Strafe musste Hawking ein Jahr lang das Penthouse-Magazin abonnieren. Diese Wette wird im Film thematisiert. Sowohl „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ als auch „Interstellar“ sind beide von 2014. Beide Filme haben dann 2015 je einen Oskar gewonnen.

Der Score stammt von Jóhann Jóhannsson, der in letzter Zeit immer wieder in unseren Compilation Folgen auftaucht. Leider können wir schon eine Sendung zu seinem Lebenswerk machen, da er 2018 an einer tödlichen Kombination aus Kokain und Grippemedikamenten mit gerade mal 48 Jahren starb.

An jedem verdammten Sonntag

Wir sehen hier Al Pacino endlich mal in einer Rolle, in der er kein Mafioso oder Bad Cop oder auch der Teufel ist. Nein, hier spielt er einfach nur einen Football-Coach.

An seiner Seite sind dann Dennis Quaid, James Woods, Jamie Foxx, LL Cool J, Matthew Modine und eine sehr junge Cameron Diaz, die ja 2017 angekündigt hat, mit der Schauspielerei abgeschlossen zu haben. Seit dem hat sie auch nichts mehr gemacht. Aber auch und das sollte erwähnt werden, Charlton Heston ist im Film zu sehen. In einer Szene im Film sieht man auf einem Fernseher übrigens den Film Ben Hur laufen. Also als Film im Film. Aber nur nebenbei.

Oliver Stone, der Regisseur des Films und auch das Studio haben versucht, die NFL dazu zu zu bewegen, die echten Logos und Stadien der NFL benutzen zu dürfen. Völlig untypisch für die NFL hat diese aber abgelehnt. Die NFL ging sogar noch etwas weiter und versucht, aktive Spieler davon abzuhalten, im Film zu erscheinen. Einer hat es dann doch getan und trägt im Film nicht die 82 als Rückennummer, sondern die 81. Ist es eine schönere Zahl. Wiederum sind sehr viele Spieler der Arena Football League zu sehen. Und wer kennt den Unterschied zwischen der NFL und der AFL?

Fast wäre es übrigens nicht Al Pacino geworden in der Hauptrolle. Denn eigentlich hätte es Robert De Niro werden sollen, aber der wollte nicht.

Und jetzt noch eine kleine Info, die bei der IMDB unter Spoiler-Alert läuft, weil sie eventuell zu viel vom Inhalt des Films verrät: Also aufpassen oder auch Ohren zuhalten, je nach Vorliebe: Der Schauspieler der Christina´s Assistenten spielt, spielte auch Michael Corleone´s Schwager in Der Pate.

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